Montag, 5. März 2018

Schwimmen: Stadtbad Mitte James Simon

Eigentlich wollten wir ins Stadtbad Schöneberg, aber leider hatten alle anderen die gleiche Idee und so sind wir angesichts einer Kassenschlange, die bis auf die Straße reichte, wieder gegangen und kurzerhand mit der S-Bahn zum Nordbahnhof gefahren und von dort ins Stadtbad Mitte spaziert.


Es handelt sich um ein ganz normales Bad der Bäderbetriebe (kein Spaßbad etc.) und kostet daher den regulären Eintrittspreis, der zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich ist und hier nachgelesen werden kann.
Mit Familienpass kommen Kinder gratis mit einem zahlenden Erwachsenen ins Bad (im Familienpass, der ein Jahr gilt, sind 3 solche Gutscheine enthalten). In den Ferien gilt der Superferienpass für freien Eintritt für Schüler.

Das Stadtbad Mitte gehört zu den schönsten Bädern der Stadt und wurde erst vor kurzem komplett saniert. Und das merkt man auch. Der Eingangsbereich ist zwar eher unscheinbar, aber die Umkleiden wirken sehr modern und die Duschen sind richtig schön - mit ganz neuen Fliesen, richtig warmen Duschen, modernen, sauberen Toiletten und sogar einem Seifenspender, der aussieht wie im heimischen Badezimmer. Eine Art Babybadewanne/riesiges Waschbecken mit Dusche habe ich auch gesehen.
Der Umkleidebereich an sich wirkt sehr schmal, es gibt auch keine Möglichkeit, kleine Kinder oder Babys im Krabbelalter mal kurz abzulegen/in eine Art Laufgitter zu legen, während man sich selbst umzieht. Aber für diese Zielgruppe ist das Bad ohnehin ungeeignet. Dazu später mehr.

Schon in der Umkleide fällt einem auf, wie viel Tageslicht hier hineinkommt - das gesamte Dach und auch die Seiten (bis auf die Straßenseite) sind komplett aus Glas. Daher ist sehr hell und gemütlicher als in anderen Bädern. Gerade im Winter fällt einem auf, wie hell es ist.

In der Umkleide braucht man den obligatorischen Euro für den Schrank. Es gibt Wertsachenfächer, die ebenfalls mit einem Euro Pfand genutzt werden können. Haartrockner (Gebühr: 5 Cent) gibt es auch.

Umkleide - Blick nach oben
Aber das wichtigste ist, natürlich, das Schwimmbecken. Es ist nur EIN großes Schwimmbecken. Es ist 50 m lang und in Bahnen unterteilt. Selbstverständlich geht es hier in erster Linie um sportliches Schwimmen. Das eine Ende des Beckens ist ganz flach, nur 60 cm an der flachsten Stelle. Hier ist der Nichtschwimmerbereich, der ungefähr bis zu einer Tiefe von 1,30 m geht und nur mit einer roten Linie am Boden markiert ist. Der Nichtschwimmerbereich ist über eine breite Treppe zu erreichen. Es sind die schwimmbadtypischen Leinen gespannt, es ist kein großer Nichtschwimmerbereich bzw. wer in verschiedene Bereich des Flachwasser will, muss kurz unter der Leine abtauchen.

Was uns auffiel: das Wasser endet nicht an der Oberkante der Fliesen, sondern ist ca. 30 cm unter der Wasserkante, dazwischen ist eine geschwungene Wand und der Wasserüberlauf. Ich glaube, das war früher in vielen Bädern so. Dadurch werden hier auch Startblöcke gespart, denn diese "Höhe" hat man hier von ganz allein beim Springen vom Beckenrand. Die gebogene Wand, die wie eine Welle ins Becken ragt, hat aber den Nachteil, das Kinder, die im Nichtschwimmerbereich am Rand stehen und hochspringen, sich mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kopf stoßen. Also, aufpassen beim Auftauchen und sofortigem Hochhüpfen...

Durch das Fehlen eines echtes Nichtschwimmerbecken, die ja anderswo oft auch mit Rutsche oder Sprudlern ausgestattet sind, fällt der Spaß hier ein wenig flach. Mit sehr kleinen Kindern ist man in anderen Bädern definitiv besser bedient. Dafür eignet sich der flache Bereich gut zum Schwimmenlernen und dank der gespannten Leinen hat mein Sohn endlich mal die Motivation zum Abtauchen gehabt. Es ist auch möglich, eigene Spielzeuge wie Bälle mitzubringen. Vorhanden war bei unserem Besuch nichts.

Da das Bad für Familien nicht so attraktiv ist für Familien, ist es hier selbst am Sonntag erstaunlich leer und ruhig. Es war gar kein Problem, auf den beheizten Sitzflächen neben dem Schwimmbecken einen Platz zu finden.

Es gibt kein Café oder Restaurant. Wer Hunger hat, kann nach dem Schwimmen etwas im Snackautomaten kaufen - oder die Straße runtergehen, da kommen Cafés, Eisdielen und mehr. Spätestens am Nordbahnhof kann man etwas finden.

Unser Fazit: Es ist ein Schwimmbad. Ein schönes, modernes, sauberes Bad. Aber eben nur ein Schwimmbad. Angenehm leer, bei unserem Besuch im Februar 2018 richtig schön warm und es eignet sich gut, um Schwimmen zu üben.

Adresse und Anfahrt:
Stadtbad Mitte James Simon
Gartenstr.5
10115 Berlin
Website
S-Bahn, S1, S2, S25 bis Nordbahnhof oder Buslinie 142, Haltstelle Tucholskystraße.

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