Freitag, 18. August 2017

Schwimmen: Sommerbad Mariendorf Rixdorfer Straße

Dieser Sommer ist nicht unbedingt traumhaft sonnig und daher haben wir in diesem Jahr erst wenige Male ein Freibad besucht. Aber natürlich möchten wir auch in diesem Sommer neue Bäder in Berlin testen und so freuten wir uns über das sonnige Wetter in der vergangenen Woche und schauten auf der Webseite der Bäderbetriebe, wo es denn hingehen könnte.


Die Wahl fiel nach langer Diskussion auf das Sommerbad Mariendorf. Und direkt bei dieser Entscheidung unterlief uns ein Fehler, der sich durch unsere mangelnde Ortskenntnis in Mariendorf erklären lässt. Wir sahen auf der Webseite  der Bäderbetriebe ein Schwimmbecken mit großer, orangefarbener Rutsche... Und als wir vor Ort ankamen, gab es diese Rutsche nicht.

Was war passiert? Wir haben das "Sommerbad Mariendorf" mit dem "Kombibad Mariendorf Sommerbad" verwechselt! Was für eine gemeine Falle! Wie kann es sein, dass zwei Schwimmbäder nahezu den gleichen Namen haben? Später an dem Abend erfuhren wir von einem Freund, der in Mariendorf wohnt, dass Ortsansässige unterscheiden zwischen "Rixdorfer Sommerbad" und "Ankogelbad". Das ist schon viel eindeutiger... Also, wir waren im Bad an der Rixdorfer Straße.

Das Bad liegt an der Straße, auf der anderen Seite ist der Volkspark Mariendorf. Es gibt einen kleinen Parkplatz, auf dem Parkraumbewirtschaftung während der Öffnungszeiten des Bades ist (Kostenpunkt: 1. Stunde 1 Euro, 2. Stunde 2 Euro, Tagesticket 3 Euro, Mindestgebühr 1 Euro). Von 9-19 Uhr muss man hier zahlen. Der Parkplatz ist nicht groß, etwa 20 bis maximal 30 Autos passen her. In den anliegenden Straßen sind Stellplätze theoretisch vorhanden, aber bei dem guten Wetter waren sie alle belegt. Also, Anreisen mit den Öffentlichen kann sinnvoll sein. Direkt vor der Tür hält der Bus der Linien 277 und 282, Haltestelle Imbrosweg.

Das Bad gehört zu den Berliner Bäderbetrieben, das bedeutet, dass hier Dauerkarten, 10er-Karten und auch der Berliner Ferienpass gelten. Kinder mit Ferienpass erhalten in den Ferien also freien Eintritt und können sich auch direkt an der Kassenschlange vorbei direkt zum Personal am Eingang begeben. Bei Sommerwetter definitiv ein klarer Vorteil.
Regulär sind für eine Tageskarte 5,50 Euro zu berappen, ermäßigt 3,50 Euro. Familienkarten (2 Kinder, 2 Erwachsene) gibt es für 11,50 Euro. Kinder unter 5 haben freien Eintritt.

Das Bad versprüht den Charme der 70er, es fühlt sich an wie ein Stück altes West-Berlin, was nichts schlechtes ist, eher eine Zustandsbeschreibung. Die Umkleiden wirken alt, richtig alt und die Toiletten auch, aber dort hält man sich ja nicht lange auf. Irritiert war ich über die Ausschilderung, denn dort wo Damen-WC & Umkleide dranstand, waren nur Duschen und WC, als Umkleide diente eine große Gemeinschaftsumkleide mit einer Handvoll Einzelkabinen. Es war alles sauber und in Ordnung.

Umkleideschränke gibt es in ausreichender Menge, sie funktionieren mit 1 Euro-Münzen. Man muss also nicht, wie in manch anderem Bad, ein eigenes Schloss mitbringen. Allerdings gibt es deutlich zu wenig Wertsachenfächer. Als wir um 14 Uhr ankamen, waren alle belegt und ich hatte daher keine Chance, Handy und Geldbeutel wegzuschließen bzw. musste meine Sachen eben in einen normalen Schrank einschließen. Ganz wohl war mir nicht, ich nutze lieber die Wertsachenschränke, die in diesem Bad neben dem Imbiss sind.

Das Bad bietet zwei Wasserflächen - zum einen ein klassisches Schwimmbecken mit acht 50 m-Bahnen und einem separaten Sprungbereich (1 und 3 m). Dieser Bereich war auch ständig geöffnet, mal das eine, mal das anderen Sprungbrett.  Dieses Becken ist aus klassischen Fliesen - eine entschloss sich bei unserem Besuch dazu, ab zu fallen. Der Bereich wurde dann gesperrt.

Zum anderen gibt es ein sehr großes,  flaches Nichtschwimmerbecken, das überwiegend wirklich sehr flach ist, also etwa knöcheltief. Mein Sohn (6) meinte "Der Boden ist hier so hoch", was ja aufs Gleiche hinauskommt Hier sind keine Fliesen, sondern ein großes Metallbecken. Man kann sich also nicht an irgendwelchen Fliesen verletzen.

In diesem flachen Planschbecken sind ein Wasserpilz, der permanent angeschaltet ist sowie ein weiterer, breiter Wasserspender, unter dem man quasi "duschen" kann. Dazu eine sehr kleine Elefantenrutsche, wie es sie in vielen Bädern gibt und die für Kinder bis 7 Jahre zugelassen ist. Sie endet im ganz flachen Wasser. Wer hier mit Schwung herunterrutscht und schon eben eher 6 oder 7 und entsprechend schwer ist ist, landet rasant auf dem Boden des Schwimmbeckens. Bei uns flossen erst einmal Tränen...
Es gibt einen etwas tieferen Bereich im Nichtschwimmerbecken, der auch noch abgetrennt ist.
Alles in allem ist das Bad durch diesen großen flachen Bereich aber hervorragend für Familien mit Kleinkindern geeignet, die an dem Tag auch sicher 80% der Besucher ausmachten.

Etwas versteckt auf der Wiese nah dem Schwimmerbecken ist ein kleines Babybecken ist Fischform. Es ist noch flacher als das Planschbecken, gefliest und wirkt schon etwas in die Jahre gekommen. Es liegt im Schatten, was einerseits gut ist, andererseits aber dadurch etwas kühler ist.

Rund um das Nichtschwimmerbecken lagern jede Menge Familien samt Picknickdecken, Klappstühlen, Pizzakartons, Handtüchern und allem drum und dran. Obwohl ein Schild genau das untersagt. Aber ich kann verstehen, dass man als Eltern bei Nichtschwimmern lieber direkt am Beckenrand sitzt und schaut, anstatt weit entfernt auf der eigentlich sehr schönen Liegewiese.

Die Liegewiese bietet viele Schattenplätze. Sie ist allerdings nicht endlos groß, da bieten andere Bäder mehr Platz abseits des Trubels.

Positiv fiel uns der Spielplatz auf. In vielen Bädern sind die Spielplätze eher abseits und alt, hier ist ein zwar nicht allzu großes, aber recht neues Klettergerüst mit Rutsche und feiner Sand, der zum Burgenbauen einlädt.

Ein Imbiss ist natürlich auch vorhanden - hier gibt es Pommes, Rixdorfer Burger, Bratwurst und natürlich kann man einzelne Gummibärchen, Mäuse etc. kaufen. Auch Eis von Langnese und Slush wird angeboten. Uns haben die Pommes sehr gut geschmeckt und auch der Slush war in Ordnung. Mit 2,30 für eine kleine Portion Pommes (plus 10 Cent für Ketchup) ist es vergleichsweise teuer für ein Schwimmbad.

Und das Publikum? Das ist bei Sommerbädern ja oft etwas heikel. Auch hier sind zwei Sicherheitsleute unterwegs gewesen wie in anderen Bädern auch. Aber da das Publikum überwiegend aus Familien mit Kleinkindern besteht, war es bei unserem Besuch sehr ruhig. Es gibt ja eigentlich auch kaum etwas, was Jugendliche in großer Zahl anlocken würde - kein Rutschenturm, kein echter Sprungturm. Da haben andere Bäder mehr zu bieten und damit auch eher das Potential, dass Besuchern die Hitze zu Kopf steigt.

Das Personal war bei unserem Besuch durchweg freundlich.

Das Bad ist im Sommer von 10-18 Uhr geöffnet, bei sehr schönem Wetter bis 19 Uhr. 30 min vorher ist Badeschluss.

Unser Fazit:
Weder Daumen hoch, noch runter, eher so mittelprächtig. Nachdem wir den Schreck verdaut hatten, im falschen Bad gelandet zu sein und es daher keine große Rutsche gab, haben wir uns dann doch noch angefreundet. Für Kleinkinder ist es sehr gut geeignet, ab dem Seepferchen wird dann schon etwas langweilig im flachen Wasser. Fürs sportliche Schwimmen ist das Schwimmbad aber dann auch wieder gut.

Da das Fotografieren in Schwimmbädern verständlicherweise verboten ist, gibt es leider keine Bilder. Aber auf der Webseite gibt es einige.

Anfahrt und Adresse:
Sommerbad Mariendorf
Rixdorfer Straße 130
12109 Berlin
Webseite: Sommerbad Mariendorf
Buslinien: 277, 282 Imbrosweg

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