Freitag, 1. Juli 2016

GESCHLOSSEN: Schwimmen: Strandbad Tegel / Tegeler See

Bald öffnet das Strandbad Tegel wieder seine Pforten. In der Presse und auch auf der Webseite der Berliner Bäderbetriebe stand, dass das Bad erst Anfang Juli öffnet. Im Netz findet man schon Berichte enttäuschter Besucher, weil dort "in letzter Zeit immer geschlossen sei". Also, ab Juli geht es los und wie in jedem Jahr war es wohl wieder fraglich, ob überhaupt geöffnet wird. Seit Jahren müsste das Bad saniert werden und scheint immer nur in eine Art Notbetrieb zu gehen.


Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Wir haben das Strandbad Tegel im letzten Sommer mehrfach besucht und ich muss sagen: es ist mein persönliches Lieblingsstrandbad, aller kleinen "Mängel" zum Trotz.

Das Strandbad Tegel liegt ziemlich abseits im Tegeler Forst. Die nächstgelegene Bushaltestelle ist gute 1,2 km entfernt. Der Weg führt dann aber nicht durch über Waldwege, sondern die Straße entlang. Mit kleinen Kindern nicht wirklich empfehlenswert, es ist kein Fußgängerweg vorhanden, man läuft eben auf der Straße, die allerdings nur wenig befahren wird.

Vor dem Strandbad ist zwar prinzipiell eine Bushaltestelle, aber die wird von der BVG nur in der Schulzeit morgens und am frühen Nachmittag wenige Male angefahren. Die ist für die Schüler der Schulinsel Scharfenberg gedacht, die eben morgens zur Schule und nachmittags zurück wollen. Der Bus ist also keine Option, um zum Strandbad zu kommen, es sei denn, man möchte außerhalb der Ferien in den sehr frühen Morgenstunden hin und schon kurz nach dem Mittag wieder weg.
Kurz gesagt: Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmittel ist keine wirkliche Option und in jedem Fall mit einem längeren Fußmarsch durch den Wald verbunden.

Also bleibt die Anreise mit dem Fahrrad - viele Fahrradständer sind vorhanden-  oder aber mit dem Auto. Der Parkplatz ist nicht sehr groß. Hier parken nicht nur die Besucher des Strandbades, sondern auch alle, die weiter zur (kostenfreien) Badestelle neben dem Strandbad wollen und Leute, die im Wald spazieren wollen. Kurz gesagt: bei richtig gutem Wetter ist es auf dem Parkplatz voll.



Das Bad gehört zu den Berliner Bäderbetrieben, es ist also im Gegensatz zu den meisten anderen Strandbädern nicht verpachtet. Das bedeutet, die Eintrittspreise sind wie in den anderen öffentlichen Bädern auch (Erwachsene 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro) und es gelten Jahreskarten, Zehnerkarten und der Superferienpass - in den Ferien kommen Schulkinder mit diesem Pass (den man für 9 Euro kaufen kann) also gratis hinein. Kinder unter 5 Jahren zahlen keinen Eintritt.

Das Strandbad bietet erst einmal eins: Strand. Der Sandstrand ist recht groß und sonnig. Eine große Wiese ist ebenfalls vorhanden. Ein abgetrennter Bereich für FFK ist ebenfalls da. Wer möchte, kann sich einen Strandkorb für eine Gebühr (ich denke, es waren 5 Euro im letzten Jahr) mieten, man reserviert ihn dann mit einem Fähnchen, das man an der Kasse beim Zahlen der Gebühr erhält.

Der Strand ist sauber und weich und das Wasser ist lange Zeit sehr flach, was natürlich gerade mit kleinen Kindern optimal ist. Zudem ist das Wasser wunderbar klar. Man merkt, dass der Tegeler See ein Trinkwasserschutz-Gebiet ist und eben sehr sauberes Wasser bietet. Von allen Strandbädern, die wir im letzten Jahr ausprobiert haben, war in Tegel das Wasser am saubersten. Für mich eines der wichtigsten Kriterien.

Im Wasser gibt es zwei Rutschen. Es sind einfache Rutschen, keine Röhren und auch nicht lang, aber spaßig.  Auch ein Sprungturm (1 und 3 m) ist vorhanden.


Ein langer Steg führt mittig ins Wasser, in der Mitte ist der Aussichtsbereich des Bademeisters und Rettungsschwimmers. Das fand ich vertrauenserweckend.

Fast im Schatten liegt der Spielplatz mit Rutsche, Schaukel  und einem altmodisch wirkenden Kletergerüst.


Die Umkleiden und  auch die Toiletten versprühen ein wenig den Charme einer alten Schwimmhalle, aber sie werden ohnehin kaum genutzt, die meisten nehmen ihre Badesachen direkt zum Liegeplatz am Strand.

Bei unseren Besuchen im letzten Sommer war das Strandbad immer recht leer - auch bei 30 Grad, in den Sommerferien und am Wochenende. Ich weiß nicht, woran es lag - vielleicht daran, dass viele verunsichert sind, ob das Bad überhaupt geöffnet ist. Oder daran, dass nebenan eine Gratis-Badestelle ist oder an der schwierigen Erreichbarkeit. Aber ich fand es schön, dass man hier viel Platz am Strand hat.

Das Restaurant ist seit Jahren geschlossen. Dafür gibt es einige Imbiss-Stände, die direkt am Zaun des Bades liegen - und so kann der Currywurst-Stand auch Kunden außerhalb des Strandbades bedienen, wenn im Bad wenig los ist. Im Angebot sind weitgehend die klassischen Strandbad-Snacks - Pommes, Currywurst, Eis und ähnliches. Die Warteschlangen waren an warmen Sonnentagen schon beachtlich.

"Aber... nebenan ist doch eine kostenlose Badestelle" wurde mir in letzter Zeit öfter gesagt. Da müsse man ja nicht ins Strandbad. Das stimmt, das muss man nicht. Wir waren auch schon an dieser Badestelle. Die erreicht man, wenn man am Strandbad vorbei läuft und sich danach links hält. Diese kostenlose Badestelle ist an sonnigen Tagen allerdings sehr voll und viele Hundebesitzer sind am Strand, zudem gibt es keine Rettungsschwimmer dort. Für mich sind das Gründe, das Strandbad vorzuziehen.

Anfahrt:
Schwarzer Weg 21
13505 Berlin
Bus 222 bis Spechtsweg, Achtung: 1,2 km Fußweg!
Die Webseite findet Ihr hier.

Öffnungszeiten:
von Juli bis Anfang September von 10 bis 18 Uhr. Aktuelle Öffnungszeiten unbedingt auf der Webseite nachsehen, da sich anscheinend öfter etwas ändert. Aktualsiert im Frühjahr 2018: Das Bad wurde nun wohl endgültig geschlossen. Etwa 300 m hinter dem Strandbad ist eine Badestelle.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen