Mittwoch, 23. Juli 2014

Schwimmen: Sommerbad Pankow

Das Sommerbad Pankow liegt im Herzen des Bezirks und ist, obwohl es schon öfter in die Schlagzeilen geraten ist, ein schönes Sommerbad. Betrieben wird es von den Berliner Bäderbetrieben. Das heißt, hier gilt beispielsweise auch der Superferienpass, der Kindern und Jugendlichen unter 18 freien Eintritt in den Ferien bietet.

Als Freibad hat das Bad natürlich nur in den Sommermonaten geöffnet. Wann die Saison konkret beginnt bzw. endet, kann man auf der Homepage der Bäderbetriebe nachlesen.

Die zum Sommerbad gehörende Schwimmhalle direkt an der Wolfshagener Straße ist seit Jahren geschlossen, hat eingeschlagene Fenster und ist quasi eine Ruine. Ob sie jemals wieder zu einem funktionierenden Schwimmbad wird, steht in den Sternen.

Früher war der Eingang zum Sommerbad direkt neben dieser Schwimmhalle, inzwischen liegt der Eingang etwas weiter entfernt in der gleichen Straße. Das Kassenhäuschen ist eine Art Container. Der Vorplatz ist recht groß und bietet viel Platz für Fahrräder.
Der Eingang verfügt, wie viele Bäder, über ein Drehkreuz. Man kommt aber auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl hinein.

Wann sollte man herkommen? Tja, wenn es irgendwie geht, am besten nicht in den Sommerferien am Nachmittag und auch Wochenenden würde ich meiden. Dann steppt hier der Bär und es ist zu voll. Das Bad wurde auch schon wegen Überfüllung geschlossen.
Wir gehen gerne vormittags her. In den Ferien ist dann zwar auch schon gut gefüllt, aber man hat noch eine Chance auf einen Platz an den Schwimmbecken und muss nicht zu lange an den Rutschen anstehen. Wenn keine Ferien sind, kann man hier vormittags sogar auch mal völlig allein sein! Als ich das erstmals erlebte, war ich ganz irritiert von dem menschenleeren Bad und den völlig friedlich vor mir liegenden Wasserflächen.

Was bietet das Sommerbad? Schwimmbecken natürlich. Das Bad wurde im Jahr 2000 umgebaut, zumindest die Wasserbecken. Sie sind mit einer Art Metall ausgekleidet, was ich sehr gut finde. Zum einen gibt es keine Fliesen, die auch mal scharfe Kanten haben können, zum anderen finde ich es viel hygienischer. Zwischen den Schwimmbecken ist Beton, keine Fliesen. Man rutscht daher auch barfuss hier nicht so leicht aus. Das gefällt mir.

Es gibt ein sehr flaches Kleinkinder-Becken, das ca. 30 cm tief ist. In der Mitte sind einige "Pferdchen", die vermutlich mal auf Knopfdruck Wasser gespritzt haben. Sie sind schon ewig kaputt. Oder sie gehen immer wieder kaputt. Ich weiß es nicht, aber ich habe sie noch nie funktionstüchtig gesehen.

Ein Schwimmbecken mit 25 m Länge ist vorhanden. Wer hier Bahnen ziehen will, sollte unbedingt zu weniger stark frequentierten Zeiten kommen, denn sonst ist hier so viel Gewusel, dass man kaum schwimmen kann.

Die Sprunganlage bietet4 Sprungtürme. Überall findet man nur etwas von 5 und 7,5 Metern. Es sind definitiv noch zwei weitere Sprungtürme da, wie hoch sie sind, weiß ich aber nicht. Ich tippe auf 1 und 3 Meter.

Zum Spielen und Planschen lädt ein großes, nicht allzu tiefes weiteres Becken ein. Der Zugang hierzu erfolgt über eine breite Treppe. Hier gibt es einen Strömungskanal und Wasserkanonen. Zudem enden die Wasserrutschen hier.

Die Wasserrutschen sind sehr beliebt, man muss damit rechnen, schonmal eine ganze Weile hier Schlange zu stehen. Eh man dran ist, hat man sich von der Sommerwärme schon wieder aufgeheizt und der Fall ins Wasser fühlt sich kalt an. Der Rutschenturm bietet drei Rutschen. Eine hohe und eine flachere geschwungene Rutsche und eine sog. Highspeed-Rutsche. Letztere habe ich noch nie in Betrieb gesehen. Wie schaut es bei den Lesern aus, hat schon jemand erlebt, dass diese Rutsche in Benutzung war? Interessant sieht sie auf jeden Fall aus.
Die beiden geschwungenen Rutschen haben einen gemeinsam "Ausgang" ins Schwimmbecken. Der ist zwar breit, aber trotzdem ist mir manchmal nicht ganz wohl und ich habe Bedenken, mit jemanden zu kollidieren.
Leider gibt es keine Rutsche für kleine Kinder.

Das Sommerbad verfügt über große Liegewiesen. Sie liegen aber so, dass man keine Sicht aufs Wasser hat. Mit Kindern, die man noch beaufsichtigen muss, finde ich das eher unpraktisch, weshalb wir unser Handtuch immer eher am Beckenrand auslegen. So wie viele andere auch.

Am Rande der Liegewiesen sind zudem noch ein Beachvolleyball-Feld sowie ein ganz kleiner Spielplatz vorhanden. Beides wird kaum genutzt.

Rund um den Badbereich sind kleine Wasserbecken zum Reinigen der Füße und Duschen. Sehr praktisch und sinnvoll. Ich glaube, das gibt es in den meisten Sommerbädern.

Das Gebäude mit den Umkleiden wird etwas in die Jahre gekommen. Um zu den Umkleiden zu kommen, muss man eine Treppe hinauf. Neben der Treppe sind so eine Art "Zuschauertribünen", die aber schon lange gesperrt und inzwischen von Unkraut überwuchert sind.
Es gibt zwei große Behindertenumkleiden im Erdgeschoss.

In den Umkleiden gibt es viele Einzelkabinen, die groß genug sind, um sich auch samt 1-2 Kindern umzuziehen. Man muss aber damit rechnen, dass in den Umkleidebereichen manchmal Jugendliche herumrennen, die versuchen, einen Blick unter der Kabinenwand, zu erhaschen. Das Problem ist dank Wachschutz die letzten Jahre aber seltener geworden.

Achtung, für die Umkleideschränke benötigt man ein Vorhängeschloss!! Das muss mitgebracht werden. An der Kasse kann man auch eins kaufen, die Schlösser dort sind auch sehr gut, aber teuer. Also, unbedingt ein Schloss einpacken.

Wertsachen kann man in gesonderten kleinen Schließfächern nahe der Imbissstände einschließen. Hierfür braucht man eine 1 - oder 2-Euro-Münze. Die Schließfächer sind klein, manche sehen nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber bieten Platz für Geldbörse, Handy und Co.

Am Imbiss gibt es das, was man im Schwimmbad erwartet: Pommes, Currywurst und ähnliches Fastfood. Eis, Süßigkeiten und Getränke. Die Preise sind moderat (große Portion Pommes: 3 Euro und wirklich groß).

Das Sommerbad Pankow ist berühmt-berüchtigt und es gibt Eltern, die behaupten, man könne mit Kindern dort nicht hingehen oder zumindest Schulkinder nicht allein hingehen lassen. Ich muss sagen, es ist in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Auch wenn das Bad immer noch gelegentlich wegen Massenschlägereien in den Schlagzeilen landet, habe ich das Gefühl, dass es insgesamt besser geworden ist. Eine Zeitlang sind auch wir nicht mehr hingegangen, haben es dann aber wieder einmal ausprobiert und sind nun wieder öfters zu Gast. Das Publikum besteht inzwischer wieder überwiegend aus Familien mit (kleinen) Kindern. Zumindest vormittags und auf dem frühen Nachmittag. Wie es abends aussieht, kann ich nicht sagen.
Ein Wachschutz überwacht das Gelände.

Alles in allem ein schönes Bad, die Schwimmbecken aus Metall gefallen mir gut und die Rutschen sind klasse.

Eintrittspreis: 5,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt: 3,50 Euro. Es gibt Sammelkarten, Früh-und Spätschwimmer-Karten etc., Details findet man hier.

Öffnungszeiten: Mitte Juni- Ende August, täglich von 8-20 Uhr.

Anfahrt:
Wolfshagener Straße 91-93
13187 Berlin - Pankow
Tram: M1, 50, Bus:155, 255. Haltestelle: Pankow Kirche
Es sind sehr wenige Parkplätze vorhanden!

P.S. Leider gibt es heute keinen "Innenfotos", da es nicht erlaubt ist, welche zu knipsen.

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