Donnerstag, 18. Oktober 2012

Auswärts: Mit Kindern ins Tropical Islands

Vor kurzem waren wir mit unseren Kindern, 6 Jahre bzw. 8 Monate, im Tropical Islands. Seitdem bin ich von mehreren Freunden gefragt worden, für die kindertauglich ich das Tropical Islands halte und ob ich einen Besuch mit Baby/ Kleinkind empfehlen kann.

Zunächst einmal vorneweg: wir haben nicht im Tropical Islands übernachtet. Eine Übernachtung im Zelt wäre mir persönlich mit einem Krabbelkind nichts gewesen, zumal es ja angeblich auch Krabbelgetier geben soll. Und die "Zimmer", die man im Tropical Islands ja auch mieten kann, sind dann auch relativ teuer. Wir hatten ein Paket gebucht, bei dem man in einem nahegelegenen Hotel übernachtet haben. Das Hotel Van der Falk Spreewald bietet ein Tropical Islands-Paket an, das recht günstig ist. Und gerade mit Kindern war uns ein "echtes" Zimmer mit Beistell- bzw. Reisebettchen lieber.



Wir waren in den Ferien im Tropical Islands und entgegen aller Unkenrufe war es NICHT voll. An der Kasse standen gerade einmal drei Leute vor uns. Wir hatten mit Warteschlangen bis weit vor die Tür gerechnet, aber dem war nicht so. Mit Kinderwagen ist es nicht einfach, hinein zu kommen. Man kann damit nicht an allen Kassendrehkreuzen durch, aber das Personal zeigt einem schon, wo man hinmuss.

Die Umkleideschränke sind extrem schmal. Man bekommt da keine Tasche hinein, nur die Schuhe und die Kleidung. Sie sie schmaler als in Schwimmbädern! Einen Buggy bekommt man da auch nicht unter, nicht mal einen winzigen. Keine Chance. Und wenn man mit Kinderwagen durchs TI schieben muss (machen einige) muss man zumindest ganz am Anfang ein paar Treppenstufen überwinden. Später geht es dann, man kann bis zum Strand bzw. zu den Liegen fahren.



Wer mit Baby in Tropical Islands fährt, sollte unbedingt Babynahrung (und ggf. Milchpulver) einpacken. Beides gibt es dort nämlich nicht zu kaufen. Andere Nahrungsmittel natürlich schon, die Preise sind aber durchaus hoch. Das Restaurant Jarimba hat uns aber gut gefallen. Dort gibt es abends ein All-you-can-eat-Buffet.

Für den recht hohen Eintrittspreis bekommt man Zutritt zu den Schwimmbecken, dem Strand (mit kaltem Sand) und dem Kinderbecken. Auch das Kinderspielland "Tropino" ist damit zugänglich (aber hier wird nur bespaßt, nicht betreut im Sinne von wirklichem Aufpassen!). Ein weiteres Kinderbecken gab es auch noch, hier konnten Kinder eine Art Tretboot fahren. Die Schwimmbecken empfand ich als relativ warm, die Luft war aber kühl. Es hat mich nicht gewundert, dass von uns vier Leuten zwei krank wurden nach dem kurzen Besuch im Tropical Islands.

Da es nicht voll war, war es kein Problem, Liegen zu finden. Dass sie auch noch zusammenhängend waren, war wohl schon besonders großes Glück. Die Stufen hinunter zum Strand sich sehr hoch (geschätzte 50 cm). Das finde ich mit Kleinkindern schon recht viel, die fallen doch da rasch mal hinunter?

Das Wasser empfand ich als kühl. Die Lagune fand ich aber etwas wärmer als das Wasser am Strand. Die Lagune bot auch die schöneren Wasserspiele und mehr "Erlebnisraum". Seitlich am Strand befindet sich der Kinderbereich, der so flach ist, dass er auch für Kleinkinder geeignet ist. Hier ist es richtig warm. Das mochten auch viele Erwachsene, die hier im Wasser dabei saßen. In dem Kinderbereich gibt es auch viele installiere Spielgeräte... eine kleine Rutsche, ein paar Sprudel, eine Art riesigen Eimer, den man auf sich hinabprasseln lassen konnte... Das alles war gut besucht, etwas Gerangel an der Rutsche gehört wohl dazu...
Ich würde empfehlen, dem Kind in diesem Bereich unbedingt Badeschuhe (rutschfest und zum "Anbehalten im Wasser") anzuziehen!



Der Rutschenturm ist groß und kostet extra Eintritt. Ganz ehrlich, mit kleineren Kindern (Grundschulalter) würde ich hier nicht rutschen. Ich war froh, dass wir die Eintrittskarten samt Rutschenkarte gewonnen hatten, denn ich hätte mich sonst echt geärgert, da wir unverrichteter Dinge aus diesem Bereich wieder hinausgegangen sind. Die Rutschen waren alle recht groß, auch die Kleinste war nicht wirklich für Schwimmanfänger geeignet (was man sicher unterschiedlich sehen kann, ich habe Kinder allein nur mit Schwimmflügeln rutschen sehen).
Die großen Rutschen machen Teenagern und Erwachsenen sicher großen Spaß. Eigentlich liebe auch in Wasserrutschen, aber hier störte mich etwas sehr: ich konnte keinen Bademeister entdeckten, es ging für meine Begriffe etwas chaotisch zu und meine Angst, dass jemand auf mich draufrutschen könnte, war zu groß.

Einen Bademeister habe ich auch bei dem kleinen Kinderbecken vermisst, in dem Kinder allein in so eine Art Minitretboot fahren können. Das Wasser ist zwar nur ca. 50 cm tief, aber das reicht im Zweifelsfall ja auch schon, um zu ertrinken. Hier wird anscheinend darauf gesetzt, dass die Eltern stets und ständig dabei sind.

Es gibt eine Art große Softplay-Anlage, wohl auch mit Animation. Wir haben sie nicht getestet, da ich mein Kind in die unübersichtliche Anlage nicht ganz allein gehen lassen wollte, aber auch nicht mitgehen konnte. Aber ihr hat der Schwimmspaß ohnehin völlig ausgereicht.
 

Das wichtigste in Kürze...Das fanden wir gut:
  • die Lagune ist toll, der Strand mit dem Wasser dort eher Geschmackssache, ungewöhnlich auf jeden Fall
  • großer Kleinkind-Bereich mit warmem Wasser und nicht nur 0815-Spielgeräten
  • großer Rutschenturm - sicher für Teenager bestens geeignet
  • Softplay-Anlage 

Das hat uns nicht so gut gefallen:
  • sehr wenige Bademeister, vor allem am Rutschenturm wäre es angebracht
  • recht kühl und dunkel im Herbst
  • kalter Sand
  • gut 50 cm hohe Kante zwischen Sand und Sitz-/Liegenbereich, nichts für Kleinkinder
  • superschmale Garderobenschränke
  • durch die hohe Frequentierung recht verschmutzte Toiletten und Duschen, Wickelraum sah auch nicht ganz frisch geputzt aus (also: auf jeden Fall Einweg-Wickelunterlagen mitbringen).
Unser Fazit:
Man muss es einmal gesehen haben. Es ist eine faszinierend große Halle und kalter Sand und künstliches Meer haben schon etwas für sich. Mit kleinen Kindern würde ich persönlich hier nicht übernachten, sondern immer ein Hotel vorziehen, allein aufgrund der Geräuschkulisse und der Wuseligkeit des Tropical Islands auch in den Abendstunden.  Für Babys muss man einiges mitbringen (Nahrung, Wickelunterlage etc.) und Nichtschwimmer sollte man nicht unbeaufsichtigt lassen (sollte man ohnehin nie, aber Ihr wisst, was ich meine).

In diesem Sinne.... schwimmt nicht so weit raus und achtet auf die Haie...

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